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9. Etappe: Cortina D'Ampezzo - St. Vigil

Aus den Träumen gerissen wurden wir an diesem Morgen von einem Geräusch, dass zunächst an Bruno den Braunbären erinnerte, bei genauerem Hinhören dann aber wohl doch ein Elch bzw. Hirsch war. Etwas ausgezehrt und gezeichnet vom nicht gerade üppigen Abendmahl machen wir uns möglichst schnell auf, um in Cortina zuerst mal ordentlich zu frühstücken. Den ersten Supermarkt lassen wir wegen nicht ansprechender Größe aus und füllen dafür mitten in der ansonsten nicht gerade schönen Innenstadt von Cortina unseren Einkaufskorb mit allem, was das Frühstücksherz begehrt. Direkt vor dem Kaufhaus wird das dann auch fast alles gleich verdrückt.

Der Passo Tre Croci, welcher von Cortina weg in Richtung Pustertal führt ist eher angenehm steil. Trotzdem machen sich die letzten Tage langsam bemerkbar, die Oberschenkel fangen dezent an zu brennen und unsere Reserven scheinen langsam aufgebraucht zu sein. Die Rückseite des Passes lässt die verbaute Landschaft rund um Corvara hinter sich und man landet scheinbar wieder mitten in der Idylle. Leider hält auch diese Idylle den Verkehr nicht lange zurück und schon bei der Anfahrt zum nächsten kleinen Pässchen, dem Passo San Angelo geht es wieder zu wie auf dem Oktoberfest.

Mit der Abfahrt von diesem Pass kommen wir an den letzten Dolomiten – Highlights vorbei, den drei Zinnen. Leider sehen wir sie nur aus weiter Ferne. Mit dem nahenden Pustertal erinnern die Berge und die Landschaft auch immer mehr ans Allgäu und wir sind ein bisschen erschlagen von dem schnellen Wechsel der Umgebung. Nach all den gewaltigen Eindrücken der letzten Tage verlässt uns jetzt ein bisschen die Lust, in dieser unscheinbaren Landschaft weiterzufahren. Nach einem Eisdielenbesuch geht es weiter, auf der Hauptstrasse in Richtung Bruneck, vor dessen Erreichen wir aber auf den Furkelsattel zusteuern, den vorletzten gemeinsamen Pass.

Abends gegen 5 erreichen wir die Anfahrt zum Furkelsattel und wieder werden wir mit 18% aus dem Sattel gezwungen. Spätestens jetzt brennen die Oberschenkel und langsam machen sich die mangelnden Trainingsvorbereitungen schmerzlich bemerkbar. Schön im Wald versteckt umfahren wir ein weiteres Riesenskigebiet. Es scheint, als könne man keine 100m gehen, ohne nicht über einen Skilift zu stolpern. Die Passhöhe liegt recht idyllisch an einem kleinen See, die Abfahrt ist so steil wie die Auffahrt und wir lassen es nochmal richtig krachen. Wenige Minuten später ist St. Vigil erreicht, wo wir die letzte Nacht zusammen verbringen. Das Aussenzelt bauen wir zum ersten Mal nicht mehr auf, das Wetter hat sich endgültig gemacht. Nur eine benachbarte Standheizung hält uns zunächst noch vom Schlafen ab. Die einzigen für uns angenehmen Auswirkungen des Wintertourismus sind die üppig ausgestatteten Campingplätze mit immer gut geheizten warmen Duschen.