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Arco

Die Wiege des Sportkletterns - zumindest einmal in Italien und vermutlich weit darüber hinaus.

Diese Stadt am Gardaseenordufer wurde vermutlich wie kaum eine andere vom Klettern geprägt. Immerhin pflastern inzwischen mehr Klettergeschäfte als Eisdielen die historische Altstadt von Arco und machen es zu einem Mekka für ausgedehnte Klettereinkäufe.

Doch nicht nur dazu lädt Arco ein. Mit einem Kletterführer, der Umfangsmäßig manches Telefonbuch sprengt, findet so ziemlich jeder seine Touren und Gebiete. Ein paar davon seien hier vorgestellt.

Übernachtungsmöglichkeiten

Nun ja - wer's in Arco braucht, inner Pension zu übernachten, dem sei das selbst überlassen, wie er eine findet. Es gibt zwei supergute Campingplätze, einem Camping Arco und einmal Camping Zoo. Beide Plätze sind wohl inzwischen ziemlich sauber und schön hergerichtet. Camping Zoo ist etwas weiter ab vom Schuss (ca. 15min zu Fuss nach Arco), dafür auch günstiger, als Camping Arco.

Wer in Arco nichts findet, oder lieber am See campen möchte, der kann mal die Campingplätze in Riva oder Torbole abklappern. Es gibt ausserdem noch einen Platz weiter nördlich, an der Straße nach Trento, der recht geschickt in der Nähe der Sonnenplatten liegt, aber sonst leider etwas ab vom Schuss ist.

Kletterführer und Literatur

Bis vor ein paar Jahren gab es nur einen amtlichen Arco - Führer. Der ist leider inzwischen vergriffen. 2005 kam der neue Führer mit Einseillängen Touren heraus. Dieser ist von Michael Meisl und Martin Lochner und im Lochner Verlag erschienen.

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Dazu gibt es noch einen Alpin Führer "Paretti del Sarca", im Versante Sud Verlag erschienen. Er beschreibt neben allen Touren an den Sonnenplatten auch eine Reihe alpiner Anstiege im Sarcatal sowie die Colodri Routen, die im Lochner Führer fehlen. Dieser Führer ist wohl zur Zeit nicht erhältlich, vielleicht gibt es in den Kletterläden in Arco noch ein paar Exemplare.

Der neueste Führer stammt ebenfalls aus dem Versante Sud Verlag, deckt allerdings im Wesentlichen die selben Gebiete ab, wie der Lochner Führer. Für nicht italienisch sprechende Kletterer sei erwähnt, dass bei der mutmaßlichen Übersetzung viele Texte italienisch geblieben sind.

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Gebiete

Wie schon gesagt, der Kletterführer von Arco ist ziemlich dick. Die meisten Gebiete orientieren sich aber eher am erfahrenen Sportkletterer, der einen 8er und mehr klettert. Hier seien ein paar Gebiete vorgestellt, die auch für den normalen Kletterer etwas zu bieten haben.

Nago

Wohl mit das größte Gebiet in der Gegend - bietet Touren vom 4. Grad aufwärts, vorwiegend wohl im Bereich 6a - 7c. Wer hier nicht gewesen ist, der hat wirklich was verpasst. Die Wand verläuft vom kleinen Örtchen Nago, oberhalb Torboles idyllisch in einem Wald gelegen Hangaufwärts.

Wer vom unteren Parkplatz kommt, kann auf einem holperstein - Fußweg entlang der Wand laufen und findet gleich ganz am Anfang den leichtesten Sektor mit zahlreichen 4er und 5er Routen, der am geeignetsten für Anfänger ist. Danach folgen zig Sektoren mit allen möglichen Routen.

Es handelt sich vorwiegend um steile, kleingriffige Kletterei, teils überhängend. Auch schöne Risse hat's zu Hauf.

Ein absolutes Muss für Arco Besucher!

Massone

Massone - da fallen einem gleich mal drei Worte ein: geil, schwer, poliert. Die lokale Szene trifft sich hier zum allabendlichen Abhängen in den 8ern und 9ern, die man hier vorfindet wie Surfbretter auf dem Gardasee bei Torbole.

Der linkeste Sektor ist mit ein paar 5ern, die längst keine mehr sind, weil blank wie Oskar, der leichteste Sektor. Nach rechts wird's schwerer. Erst ein bisschen, dann schon fast unglaublich. Die letzten Touren gehen an der Decke von ein paar ehemaligen Fels-Abbau-Schächten empor.

Man muss einmal da gewesen sein, wer dort klettern kann, dem gefällt es sicher auch. Abends mal hinfahren und Stimmung genießen!

Eselsmauer

Vor ein paar Jahren noch ein kaum im Wald zu findender Geheimtipp, inzwischen ein völlig übersichertes und meistens auch völlig überlaufenes Klettergebiet auf der Rückseite des Colodri. Wer den Klettersteig gegenüber des Campingplatzes hochläuft und über den Gipfel des Colodri wieder hinunter, der kommt an einer neu angelegten Wiese mit Picknick Tischen und einem Klohäusschen vorbei. Dahinter befindet sich das Klettergebiet "Eselsmauer".

Auf der rechten Seite überwiegen Touren bis im oberen 5. Grad, links wird's deutlich anspruchsvoller. Sehr gutes Anfängergebiet. Wer eine Route ergattern möchte, sollte sehr früh aufstehen.

Sonnenplatten

DAS Mehrseillängen Gebiet rund um Arco. Wie der Name schon sagt, ist hier vorwiegend Plattenkletterei angesagt. Von 40m bis 500m im Bereich von 3c bis 6a findet man hier zahlreiche gut abgesicherte, aber auch vielbegangene Routen in meist festem Fels. Die Standplätze sind alle großzügig bemessen und gut gesichert, auch die Zwischenhaken sind meist von guter Qualität, wenn auch der ein oder andere schon wackelt.

Aber Vorsicht: wer von Nago kommt, dort n 6er reisst bei 1m Hakenabstand sollte sich auf längere Passagen ohne Haken einstellen. Hier wird Sportklettern ein klein bisschen alpiner!

Passo San Giovanni

Auf dem Weg von Torbole nach Rovereto kommt man an einem ziemlich ruhigen Klettergebiet vorbei, in dem nicht Sportkletterroute neben Sportkletterroute losgeht, sondern ein paar Blöcke im Wald zum gemütlichen Bouldern einladen.

Meist ist hier nicht viel los und es hat immer ein Fleckchen, wo man ganz für sich ist. Boulder sind nirgends aufgeführt, aber nach Schwierigkeit sortiert farbig markiert. Hingehen lohnt auf jeden Fall!

Marciaga

Noch ein Geheimtipp. Relativ neues Gebiet in der Nähe von Garda, ca. 60 km südlich von Arco. Aber der lange Anreiseweg lohnt sich allemal.

Hier finden sich jeweils etwa 40 Routen im 4., 5. und 6. Schwierigkeitsgrad. Die Absicherung ist nicht ganz so gut wie in Nago, aber immernoch sehr gut. Die Felsen liegen halb im Wald, halb in der Sonne, so dass der Sicherer immer einen kühlen Kopf bewahrt. Im neuesten Arco Führer isses nimmer drin, deshalb bleibt die Chance erhalten, dass es auch in Zukunft ein gutes Ausweichziel an Tagen hohen Andrangs darstellt.