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Ago di Pioda - Piodakante (Via Bramani) - 21.08.2011

TourennameAgo di Pioda - Piodakante (Via Bramani)
Beschreibung

Die Ago di Pioda bildet den "mittleren" Gipfel innerhalb der drei Sciora-Gipfel. Von der Sciora Hütte aus erstreckt sich die Piodakante über 800m zum Gipfel. Etwa in der Mitte der Kante bildet ein Dach die markante Schlüsselstelle der Tour die zudem meistens nass ist. Eine freie Begehung dieser Stelle dürfte nur bei trockenen Verhältnissen für den "Normalkletterer" möglich sein, nach unserer Information ist die Stelle jedoch quasi immer nass.

Die Tour selbst ist mit Muniringen zum Abseilen ausgestattet, jedoch müssen diese erst mal gefunden werden. Bei insgesamt 22 mal Abseilen ist dies nicht immer ganz einfach. Wir haben uns dadurch geholfen, dass wir bereits im Aufstieg an den Ständen, die wir für nicht so einfach auffindbar gehalten haben rote Repschnüre hinterlassen haben. Dadurch konnte man die Stände im Abstieg besser sehen.

Mit Zu- und Abstieg haben wir insgesamt ca. 15h für die Tour gebraucht und nicht wirklich getrödelt. Man sollte die Länge also nicht unterschätzen!

Zustieg: Von der Sciora-Hütte aus folgt man zunächst dem Weg zum Cacciabella-Pass. Man verlässt diesen unterhalb einer Block-Halde rechts und gelangt aufsteigend in ein erstes breites Geröll-Becken, dem man weiter in Richtung Gipfel folgt. Hier verlieren sich die Pfadspuren etwas und man kann auf unterschiedlichen Wegen über Geröll zu den Ausläufern der Kante gelangen. Die Kante weißt an ihrem Ende einen markanten Block auf, unter dem man in Platten zwei Rissspuren bzw. Verschneidungen sieht. Die linke Rissspur wird für den Zustieg verwendet. Hier steckt kein Material und es muss bis ca. 4a geklettert werden. Wir haben dazu das Seil angelegt und gesichert. Ein erster Stand findet sich rechts oberhalb der Rissspur. Danach findet man links ansteigend einen Bohrhaken und schließlich oberhalb einer markanten Platte unterhalb des Kantenfußes einen ersten Muniring.

An der Kante selber befindet sich eine Gedenktafel. Hier befindet sich der eigentliche Einstieg. Von der Hütte bis zur Tafel haben wir ca. 2,5h gebraucht.

Die Seillängen im Einzelnen (laut TopoGuide):

1. Seillänge: Man klettert von der Tafel zunächst nach links, quert dann aber oberhalb gleich wieder nach rechts. Insgesamt verlaufen die ersten Längen unterhalb der Gratschneide auf der rechten Seite. Wir haben die falsche Seite gewählt und 3 Längen ohne nennenswerte Sicherung geklettert. 4-

2. Seillänge: rechts der Gratschneide, 4-

3. Seillänge: Durch Verschneidung nach oben: 5

4. Seillänge: Auf Grat: 3

5. Seillänge: Auf Grat oder leicht rechts: 4-

6. Seillänge: 4+

7. Seillänge: 4+

8. Seillänge: 5+

9. Seillänge: 5

10. Seillänge: 5

11. Seillänge: Quergang unter Dach nach rechts: 6-

12. Seillänge: nasser Quergang unter Dach nach rechts: 5+ / 6-, A0 durch Dach

13. Seillänge: 4- (kurze Seillänge, leicht rechts halten)

14. Seillänge: 4-

15. Seillänge: 3

16. Seillänge: 4+ zuerst links in Verschneidung, kurz vor deren Ende Stand rechts aus Verschneidung raus auf Platte.

17. Seillänge: 5+

18. Seillänge: 5-

19. Seillänge: 5

20. Seillänge: 6-

21. Seillänge: 4+

22. Seillänge: 2 (kurze Stelle über Geröll) unbedingt danach an Wand links an einzelnem Bolt Stand machen, sonst reicht das Seil nicht bis zum nächsten Stand!

23. Seillänge: 5- (Plattenstelle, relativ schwer, vor allem, wenn kein Stand gemacht wird und bei hohem Seilzug ohne Haken geklettert werden muss!)

24. Seillänge: 6-

25. Seillänge: 4 (zum Gipfel durch kleine Verschneidung)

Abstieg: 22 mal Abseilen über die Route. Die Abseilerei geht dank der gut gelegten Muniringe zimelich gut, wir hatten nur einmal einen Seilverhänger hinter einer Schuppe. Dennoch ist die Abseilerei mühsam und vor allem mental anstrengend. Wir haben 4h gebraucht, waren allerdings allein in der Route und hatten wie gesagt keinerlei Verhänger. Daraus können gut und gerne 6h werden, wenn man nochmal zurückklettern muss und auf andere Seilschaften Rücksicht nehmen muss.

Nach dem Abseilen noch ca. 1h zurück zur Hütte wie Aufstieg.

Die Kletterei ist durchweg schwieriger als die Nordkante am Badile, die Zwischenhaken stecken wenn dann nicht an den Schlüsselstellen, sondern willkürlich verteilt und die schweren Passagen (bis 6-) müssen zwangsweise geklettert werden!

Fazit: Auch wenn es keine der "großen Klassiker" ist, ist diese Tour ein grandioses Abenteuer für diejenigen, die alpin abgesicherte Touren auch über 25 Seillängen hinweg im Griff haben. Man ist meist allein und erlebt Bergell at its best!

Bilder
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